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Aktueller Planungsstand für das Nahwärmenetz in Friedrichstadt

Das Ziel der Stadt Friedrichstadt und der Firma GP JOULE ist es, ein lokales und wirtschaftlich tragfähiges Wärmenetz für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger umzusetzen. Der Umstieg auf Wärme aus erneuerbaren Energien ist mehr als nur eine moderne Art der Energieversorgung; er bedeutet, in Zeiten des spürbaren Klimawandels Verantwortung für die Zukunft und die nachfolgenden Generationen zu übernehmen. Fossile Brennstoffe sind nicht nur begrenzt und endlich, sondern auch oft importabhängig und unterliegen unvorhersehbaren Preisschwankungen. Erneuerbare Energien, die lokal erzeugt werden, bieten Unabhängigkeit und schützen vor langfristig steigenden CO2-Kosten. Eine der Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung ist ein kommunales Wärmenetz, welches für Friedrichstadt aktuell geprüft wird.

Die einzigartige Beschaffenheit Friedrichstadts mit seinen Grachten, dem charakteristischen Kopfsteinpflaster sowie zahlreicher historischer Gebäude erfordert eine sorgfältige Prüfung und Berücksichtigung vieler verschiedener Aspekte wie beispielsweise die Bodenbeschaffenheit, die Grundwassersituation und archäologische Bedingungen. Um einen realistischen Einblick in den Wärmebedarf der Haushalte sowie in die Verteilung der Nachfrage zu erhalten, wurde mittels Posteinwurf bis Ende Oktober eine Interessensabfrage im geplanten Ausbaugebiet östlich des Westersielzuges durchgeführt. Rund 22% der befragten Haushalte nahmen an der Abfrage teil. Die Stadt Friedrichstadt möchte gemeinsam mit GP JOULE einen herzlichen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger aussprechen, die durch Ihre Teilnahme und Rückmeldung die Planungen tatkräftig unterstützt haben.

Rund 93 % der Haushalte, von denen wir eine Rückmeldung erhalten haben, befürworten den Bezug von erneuerbarer Nahwärme. Mehr als die Hälfte von ihnen äußerte zudem den Bedarf, so schnell wie möglich nachhaltige Wärme beziehen zu wollen. Die Auswertung der Daten zeigt darüber hinaus einen erheblichen Sanierungsbedarf der Heizungen, da die Mehrheit aktuell noch mit Gas oder Öl heizt und nur wenige der teilgenommenen Haushalte bereits auf regenerative Heizungsalternativen umgestiegen sind bzw. umsteigen konnten. Für die weiteren Planungen des Nahwärmenetzes sind die Rückmeldungen von entscheidender Bedeutung, da ein solches Wärmenetz mit wettbewerbsfähigen Anschlusspreisen nur dann realisiert werden kann, wenn eine ausreichende Anzahl von teilnehmenden Haushalten vorhanden ist. Besonders viele positive Rückmeldungen sind der Altstadt zuzuordnen, was auf ein starkes Interesse und einen hohen Bedarf an neuen Heizungsalternativen hinweist. Im östlichen Teil der Stadt hingegen fielen die Rückmeldungen und das gezeigte Interesse eher zurückhaltend aus.

Aufgrund der erhaltenen Rückmeldungen ist es notwendig den geplanten Standort der Heizzentrale, von dem auch die Hauptwärmeleitung ausgehen würde, neu zu bewerten. Aktuelle Planungen haben hierfür ein stadteigenes Grundstück am östlichen Stadtrand ins Auge gefasst. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Heizzentrale möglichst nahe am ersten Bauabschnitt zu positionieren, um die Energie effizient zu nutzen. Zudem sollten Wärmeabnehmer entlang der Hauptleitung vorhanden sein.

Um abschließend beurteilen zu können, ob die Umsetzung eines Wärmenetzes mit wettbewerbsfähigen Anschlusspreisen realisierbar ist, werden zusätzlich umfangreiche Daten zu den Baubedingungen in Friedrichstadt recherchiert und eine umfassende Risikoanalyse erstellt. Eine zeitliche Prognose kann derzeit aufgrund noch unklarer Faktoren nicht gegeben werden.

Es wird daher noch um ein wenig Geduld gebeten. Sobald eine konkrete Aussage zu dem Wärmenetz möglich ist, erfolgt eine umgehende Information.

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