Der jüdische Friedhof auf dem Treenefeld ist das älteste sichtbare Zeugnis der jüdischen Gemeinde unserer Stadt. Schon wenige Jahre nachdem die ersten jüdischen Familien sich in Friedrichstadt niedergelassen hatten, richteten sie 1677 im noch unbesiedelten Norden der Stadt einen Begräbnisplatz ein, der bis 1888 genutzt wurde. Während der NS-Zeit wurde die Gemeinde gezwungen, die Grabsteine flachzulegen und mit Erde zu bedecken, damit der Friedhof nicht mehr als solcher erkennbar war. Schließlich wurde das Gelände als Schrebergarten genutzt, die Grabsteine entfernt und als Wegeplatten verwendet. Nach Ende des Krieges sicherte man die wenigen noch erhaltenen Grabsteine und ordnete sie kreisförmig in der Mitte des Gräberfeldes um einen Gedenkstein an.
Auf Anregung des Landesamtes für Denkmalpflege erarbeitete der Landschaftsarchitekt Dr. Joachim Jacobs in enger Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein ein Konzept, das die Würde des Ortes und seine geschichtliche Bedeutung sichtbar macht. Die restaurierten Fragmente der erhaltenen Grabsteine werden im Innern einer Ziegelmauer befestigt, das Gräberfeld selber darf nicht mehr betreten werden und wird zu einer Wildblumenwiese umgestaltet.
Mit Hilfe zahlreicher Sponsoren, darunter die Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung aus Hamburg mit einem namhaften Betrag, aber auch Spenden von Privatpersonen konnte dieses Konzept in den vergangenen Monaten umgesetzt werden.
Inzwischen wurde der Friedhof unter Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern des Landes, der jüdischen Gemeinschaft und der Universität Kiel feierlich eingeweiht. Im Anschluss wurde der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge eine Thora-Rolle als Dauerleihgabe der jüdischen Gemeinde Berlin-Pestalozzistraße überreicht.




