Viele
Nordfriesen möchten sich gern auf das Coronavirus testen lassen. »Die
Labore kommen
jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb kann nicht jeder
Interessierte getestet werden. Das ist aber auch gar nicht immer
notwendig«, erklärt die Leiterin des nordfriesischen
Kreisgesundheitsamtes, Dr. Antje Petersen.
Wer wird getestet?
Deutschlandweit
werden grundsätzlich nur Personen getestet, die grippeähnliche Symptome
haben und in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet
waren oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall hatten.
Risikopatienten mit Erkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislauf- oder des Immunsystems
und Atemwegsbeschwerden sollten mit ihrem Hausarzt telefonisch besprechen, ob ein Test sinnvoll ist.
Bei Pflegepersonal und Ärzten gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen – hier
wird unter bestimmten Voraussetzungen engmaschiger getestet.
Wer führt den Test durch?
Abstriche
zur Testung nehmen in Nordfriesland sowohl Hausärzte als auch Ärzte
vor, die
von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) damit beauftragt wurden. Oft
werden die Patienten an speziell eingerichtete Corona-Ambulanzen der KV
verwiesen.
»Ich bitte um Verständnis dafür, dass Patienten auf gar keinen Fall ohne klare Absprache
in eine Praxis kommen dürfen. Alle Termine sind telefonisch zu vereinbaren«, mahnt die Leiterin des Gesundheitsamtes.
In den Kreis-Kliniken in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr finden keine Tests statt.
Wer übermittelt das Testergebnis?
Die
stark ausgelasteten Labore senden das Testergebnis oft erst nach zwei
bis fünf Tagen
an den beauftragenden Arzt. Positive Ergebnisse werden zusätzlich dem
Gesundheitsamt mitgeteilt, von negativen hingegen erfährt es oft nichts.
»Viele rufen trotzdem bei uns an. Aber wir können sie nur an den Arzt
verweisen, der den Test in Auftrag gegeben
hat«, betont Dr. Petersen.
Was ist Quarantäne?
Quarantäne
ist eine vorübergehende Isolierung von Personen, die eine ansteckende
Krankheit
haben oder bei denen ein solcher Verdacht besteht. Sie kann in einer
Klinik oder als »häusliche Absonderung« auch zuhause vollzogen werden.
In Zeiten des Coronavirus können Gesundheitsämter eine häusliche Absonderung empfehlen
oder anordnen. Die Anordnung erfolgt mündlich und wird anschließend schriftlich bestätigt.
Wer muss in Quarantäne?
Bei
an Covid-19 Erkrankten sowie bei Personen, die einen intensiven Kontakt
zu diesen
hatten, wird eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Gleiches gilt für
Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Das heißt, zu Hause zu bleiben
und zwei Meter Abstand zu Angehörigen zu halten.
»Zudem
soll eine gute Händehygiene eingehalten werden, nach Möglichkeit nicht
gemeinsam
gegessen und nicht gemeinsam aus einem Glas getrunken werden.
Zahnbürsten und Handtücher sollten nicht gemeinsam genutzt werden«,
erläutert Dr. Antje Petersen. Auch ein Mund- Nasenschutz könne sinnvoll
sein.
Bei jedem Nordfriesen in behördlich angeordneter Quarantäne erkundigt sich das Gesundheitsamt
ein- bis zweimal täglich nach seinem Befinden.
Wem wird eine freiwillige Quarantäne empfohlen?
Personen,
die getestet wurden, aber nicht in einem Risikogebiet waren und keinen
Kontakt
zu einem Erkrankten hatten, wird dringend empfohlen, bis zum Erhalt des
Testergebnisses aus freien Stücken in häuslicher Absonderung zu
bleiben.
Auch bei vielen Nicht-Risikogebieten besteht Unsicherheit über die Ansteckungsgefahr
vor Ort. Daher rät das Bundesgesundheitsministerium generell allen Einreisenden, freiwillig 14 Tage lang zuhause zu bleiben.
Menschen, die lediglich Kontakt zu einer symptomfreien Kontaktperson hatten (»Kontakt zum Kontakt«), gelten nicht als gefährdet. Bei ihnen werden weder Test noch Quarantäne angeordnet. »Man geht davon aus, dass sie nicht genügend Viren aufgenommen haben, um Dritte anzustecken«, unterstreicht Dr. Antje Petersen.
Weitere Informationen auf der Internetseite des Kreis Nordfriesland